FolkWorld #71 03/2020
© Africa Festival

Starke Frauen Afrikas

Africa Festival

32. Africa Festival Würzburg

29. Mai - 1. Juni 2020


Artist Video Africa Festival @ FROG

www.africafestival.org

32. INTERNATIONAL AFRICA FESTIVAL: Europas größtes Festival für afrikanische Musik und Kultur.

Das Africa Festival besteht seit 1989 und ist das größte und älteste Festival für afrikanische Musik und Kultur in Europa. Über 7500 Musiker und Künstler aus 56 Ländern Afrikas und der Karibik sind bisher in Würzburg aufgetreten und haben mehr als 2.575.000 Besuchern den kulturellen Reichtum des afrikanischen Kontinents vor Augen und Ohren geführt.

Unser Musikprogramm für 2020 ist nun komplett. Hier haben wir, passend zum Thema "starke Frauen Afrikas" unter anderem einige tolle Musikerinnen auf der Bühne stehen. Des Weiteren haben wir Musiker aus der Sahelzone (Mali, Senegal, Burika Faso, Sudan) eingeladen, um auf die dramatischen klimatischen Veränderungen in dieser Region hinzuweisen.

LURA - COOL GROOVES FROM THE CAPEVERDIAN ISLANDS

Lura

Artist Video
www.luracriola.com

Awa Ly

Artist Video
www.awalymusic.com

Nina Ogot

Artist Video
www.ninaogot.com

Maria de Lurdes Pina Assuncao wollte eigentlich, als talentierte Schwimmerin, mit einem Sportstudium ihren Weg gehen, doch als der in Sao Tome & Principe bekannte Sänger Juka sie einlud, um mit ihr ein Duett zu singen, begann mit siebzehn ihre musikalische Karriere. Heute gilt sie, unter ihrem Künstlernamen Lura, als eine der erfolgreichsten Sängerin von den Kapverdischen Inseln. Wie keine andere gelingt es ihr, die traditionelle Batuku-, Morna- und Fuaná Musik der Inseln mit westafrikanischen und modernen Elementen zu verbinden und so auch aus den oft melancholischen Harmonien der Inselwelt auszubrechen. Ihr Erfolgsalbum „Di Korpu Ku Alma“ (´Über Körper und Seele´) mit dem Hit „Na Ri Na“ aus dem Jahr 2004 gilt auch heute noch als unverzichtbar in jeder westafrikanischen Plattensammlung.

ANGÉLIQUE KIDJO - A TRIBUTE TO THE QUEEN OF SALSA CELIA CRUZ

Die dreifache Grammy Gewinnerin und auch sonst mehrfach ausgezeichnete Künstlerin aus Benin ist in den letzten Jahren immer wieder zu ihren frühen musikalischen Einflüssen zurückgekehrt. Mal mit einer Konzert Hommage an die große ´Mama Africa´ Miriam Makeba, mal mit ihrer Interpretation des Talking Heads Albums „Remain In Light“. Nun hat sie sich an ihre ersten Hörerlebnisse in den 60iger Jahren in Benin und ihre später folgenden Begegnungen mit der unvergesslichen „Queen of Salsa“, der Kubanerin „Azúcar“ Celia Cruz erinnert. Begeistert entdeckte Angélique in ihren Liedern die Spuren ihrer eigenen westafrikanischen Musikkultur. Anlass für sie, ihre Songs mit Afrobeat, Juju Style und Yoruba Music neu aufblühen zu lassen und so der 2003 verstorbenen Sängerin Tribut zu zollen.

Angelique Kidjo

Artist Video Angelique Kidjo @ FROG

www.kidjo.com

Lira

Artist Video
www.misslira.com

Amira Kheir

Artist Video
www.amirakheir.com

AWA LY - SENEGALESE JAZZ, SOUL AND FOLK ROOTS

In Paris, als Tochter senegalesischer Eltern geboren, hat sie schon seit längerem in Italien ihre neue Heimat gefunden. Musikalisch ist sie aber ihren westafrikanischen Wurzeln stets treu geblieben. Bei einem Meeting 2016 in Dakar schrieb und sang sie zusammen mit Faada Freddy von Daara J Family „Here“ - ein eindrucksvoller Song über das Schicksal der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer. Ansonsten ist sie eine vielseitige Ausnahmekünstlerin, die nebenbei auch schon als Schauspielerin in diversen Filmen, wie „Black And White“ (2008), mitgespielt hat. 2017 erschien ihr erstes Solo-Album „Five And A Feather“. Diesmal wird sie unter anderem auch Songs aus ihrem neuen, aktuellen Werk präsentieren. Es erwartet uns eine spannende musikalische Reise, in der die Grenzen von afrikanischen Folk Roots mit modernem Jazz, Soul und Afro Pop zusammen verschmelzen.

LIRA - THE GREAT VOICE OF SOUTH AFRICA SOUL

Lerato Molapo, allen besser bekannt als Lira, gilt heute als die größte Soul Stimme in ihrem Heimatland Südafrika. 1979 in Daveyton, am Stadtrand von Johannesburg geboren, wurde sie schon über elfmal mit dem South African Music Award ausgezeichnet. „Mein Stil ist eine Mischung aus Soul, Jazz, Funk und natürlich meinen südafrikanischen Wurzeln!“ Von Sängerinnen wie Aretha Franklin oder Nina Simone beeinflusst, nennt sie natürlich Miriam Makeba als größtes Vorbild. Mit 18 nahm sie in einem kleinen lokalen Studio ihre ersten Demos auf, ehe sie 2000 entdeckt wurde und ihr schließlich mit dem Album „Feel Good“ (2006) der große Durchbruch gelang. Mittlerweile tourt die, auch sozial sehr engagierte Sängerin, weltweit und castet, beziehungsweise entdeckt sogar in der Jury der südafrikanischen Version von „The Voice“ neue, hoffnungsvolle Talente.

NINA OGOT - NEW FINE VOICE AND MUSIC AMBASSABOR FROM KENYA

Die ehemalige TV Moderatorin von Radio France International und Citizen TV in Kenia, hat ihre professionelle Musikerlaufbahn u.a. als Musikdirektorin in der Organisation „Kuruka Maisha“ begonnen, die Straßenkinder mit künstlerischen Projekten vertraut macht. Seitdem hat die Sängerin und Songwriterin mehrere Alben herausgebracht. Mit ihrem neusten Werk „Dala“, übersetzt „Heimat / Zuhause“, hat sie sich ihren Wunsch erfüllt, ihre Songs im afrikanischen Big Band Sound zu präsentieren. Mit ihrer 13-köpfigen Band wird sie auf der Bühne stehen und uns an ihrer Reise zwischen traditionellen und modernen African-Grooves teilhaben lassen.

AMIRA KHEIR - SOUL, JAZZ, ROCK AND DESERT BLUES FROM SUDAN

Schon seit ihrem Debütalbum „View From Somewhere“ (2011) lässt die in England lebende Sängerin ihre sudanesische Heimatkultur in ihren sparsam, aber intensiv arrangierten Songs weiterleben. Liebe, Zugehörigkeit und Spiritualität sind ihre Themen, die sie momentan, wie keine andere aus dem einstigen Nubien, mal in elektronischem, mal in akustischem Gewand einhüllt. Kein Wunder, dass jetzt ihr letztes Werk “Mystic Dance” (2018) vom renommierten britischen World Music Magazine ´Songlines´ bei deren Awards-Vergabe in der Kategorie ´Best Album 2019´ nominiert wurde und die ´BBC Word News´ sie gleichzeitig mit dem Titel „The Diva of the Sudanese Desert“ ehrten.

GUINÈE MUSIC ALL STARS - WESTAFRICAN TRADITIONAL ROOTS AND URBAN SOUNDS

Moh! Kouyaté, der wohl zur Zeit bekannteste Sänger, Gitarrist und Songwriter aus dem kleinen, westafrikanischen Land Guinea, hat nach seinem letzten hervorragenden Solo-Album „Fe Toki“ endlich die Zeit gefunden, ein Herzensprojekt zu verwirklichen. In seiner Geburtsstadt Conakry, sowie in seiner Wahlheimat Paris vereinte er etliche alte und neue Wegstreiter im Studio und rief die ´Guinée Music All Stars´ ins Leben. Mit dabei unter anderem Sékouba Bambino (Africando / Bembeya Jazz International) sowie die Sängerin und Tänzerin Adama Kouyate. Mit diesem vielköpfigen Ensemble verknüpft er die traditionelle Mandinka Musik seines Landes mit den neuen Urban Sounds aus Conakry und dem schwarzen Paris. Vom Afro-Funk über Afro-Blues bis hin zu den feinen und zarten Klängen der Kora, gespielt von seinem Bruder Abdoulaye Kouyaté, wird uns seine musikalische Reise führen.

HABIB KOITÉ & BAMADA - BACK TO MALI ROOTS

Über fünf Jahre ließ sich der Ausnahme-Gitarrist aus Mali Zeit, um jetzt sein aktuelles Album „Kharifa“ direkt in seiner Heimatstadt Bamako einzuspielen. Landsleute wie Toumani Diabaté, Amy Sacko – die Ehefrau von Bassekou Kouyaté und Mitglied in deren Band ´Ngoni Ba´ - aber auch Familienmitglieder, wie sein Sohn Cheick Tidane Koité standen ihm dabei zur Seite. Ganz im Geiste der Griots tauchte er tief in die Traditionen und musikalischen Schätze seines Landes ein und spielte insgesamt zwölf neue Songs ein. Mit diesem neuen Programm wird der sympathische Songwriter sicherlich auch erneut das Africa Festival Publikum faszinieren und bezaubern, ohne seine Hits, wie „Muso Ko“ oder „No Cigarette Abana“ aus seinem Debütalbum von 1995, zu vergessen.

Auch in diesem Jahr wird es wieder ein reichhaltiges Rahmenprogramm geben. Unter Anderem wird die ghanaische Akrobatik- und Musikgruppe Adesa eine Straßenparade mit einer atemberaubenden Vorstellung präsentieren. Sie werden über das Gelände gehen und am Samstag und Sonntag alle jungen Besucher rechtzeitig zum Kinderprogramm mitnehmen. Ebenfalls können die Besucher unter der Brücke, neben dem Basar, täglich traditionelle Musik aus Westafrika (Guinea, Gambia, Senegal und Ghana) kennenlernen. Sie wird auf verschiedenen Perkussionsinstrumenten wie Sabar, Djembé und Doun-Doun gespielt. Für ruhige und entspannende Klänge sorgt der senegalesische Koraspieler Saliou Cissoko aus der Casamance. Etwas fürs Auge ist die Modenschau vor dem Zelt von Madame Rama.

DIE AFRICA FESTIVAL STIFTUNG UNTERSTÜTZT SCHULBAU VON MAMA AFRIKA E.V. Die beiden Kuratoren der Stiftung, Judith Jörg und Franz Bernitzky, überreichten Tiranke Diallo, der 1. Vorsitzenden von „Mama Afrika e.V.“, einen Scheck im Wert von 20.000,00 Euro. Die Spende ist für den Neubau einer Grundschule in Kankan, einer Stadt im westafrikanischen Guinea, vorgesehen. Dort ist ihr Verein schon seit Jahren tätig und hat bereits einen Kindergarten eröffnet. Der Verein engagiert sich gegen die noch weit verbreitete weibliche Genitalverstümmelung in Guinea. Mit der geplanten Schule sollen Eltern und Schüler auch über die negativen Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung aufgeklärt werden.




Photo Credits: (1) Africa Festival Würzburg, (2) Lura, (3) Angelique Kidjo, (4) Awa Ly, (5) Lira (6) Nina Ogot, (7) Amira Kheir, (8) Habib Koité, (9) Moh! Kouyate (unknown/website).


FolkWorld Homepage German Content English Content Editorial & Commentary News & Gossip Letters to the Editors CD & DVD Reviews Book Reviews Folk for Children Folk & Roots Online Guide - Archives & External Links Info & Contact


FolkWorld - Home of European Music
FolkWorld Homepage
Layout & Idea of FolkWorld © The Mollis - Editors of FolkWorld